Wenn Bremerhaven gemeinsam mit der Freien Hansestadt Bremen zum achten Mal seit
dem 150jährigen Stadtjubiläums Bremerhavens zum internationalen Festival der
Windjammer „Sail Bremerhaven 2010" einlädt, geht es nicht allein um Tradition
und gelebte Geschichte. Nicht allein um die Schönheit und Eleganz großer und
kleiner Segelschiffe. Und auch nicht darum, möglichst vielen Gästen das neue
Bremerhaven des Jahres 2010 vorzustellen.„Sail Bremerhaven 2010" will wie alle ihre Vorgängerinnen Identität und Image schaffen. Sie ist Botschaft und Botschafter zugleich für eine Stadt, die wie kaum eine andere mit dem Meer verbunden und gewachsen ist - mit Menschen anderer Nationen, ihrer Kultur und ihrem Selbstverständnis. Und deshalb ist die Idee von „Sail Bremerhaven" vor allem auch ein Fest, das Menschen verbindet.
In einem Zeitalter der Globalisierung hilft „Sail Bremerhaven" bei der Überwindung von Grenzen auf Landkarten und in den Köpfen von Menschen - wirbt für Toleranz, Verständnis und Vertrauen. Und zu dieser guten Tradition gehört auch, dass Bundespräsidenten oder Bundeskanzler die Schirmherren sind und dass die Bark „Gorch Fock" der Deutschen Marine auch 2010 wieder das Flaggschiff der neuen „Sail" ist, mit der wir unseren Gästen 183 Jahre nach der Stadtgründung Gastgeber sein wollen in einer Stadt, die sich aus ihren maritimen Wurzeln zu einer der modernsten europäischen Metropolen der Hafenwirtschaft, des Schiffbaus, der Lebensmittelwirtschaft, maritimen Forschung und Technologien entwickelt hat.
Die SAIL 2010 in Bremerhaven findet vom 25. - 29. August 2010 mitten in den
Tourismusbereichen Havenwelten und Fischereihafen statt.
Das Flaggschiff der
SAIL 2010 ist die Bark "GORCH FOCK" der Deutschen Marine, welche als
Botschafterin der SAIL 2010 auf den Meeren der Welt unterwegs war. Die Botschaft
der SAIL 2010 in Bremerhaven haben 221 Schiffe, darunter viele bekannte
Großsegler, vernommen und werden in Bremerhaven an den Kajen liegen. Auf Grund
der hohen Anzahl von Schiffen, werden diese im Neuen Hafen und im Fischereihafen
meist im "Päckchen" von bis zu 3 Schiffen zusammen liegen.
Die SAIL 2010 in Bremerhaven wird wohl wieder die größte Party an der Nordseeküste werden. Über 220 Stände und 4 Musikbühnen werden für Unterhaltung sorgen. Erwartet werden über 1,0 Millionen Besucher die das Spektakel genießen und sollten Sie einen Besuch bei der SAIL 2010 planen wird es schwer jetzt noch ein Zimmer zu bekommen. Erste Meldungen zeigen, das im Umkreis von 80 km keine Zimmer mehr frei sind.
Leider wird die beliebte Windjammer - Parade zum Abschluß der SAIL 2010 in
Bremerhaven diesmal nicht stattfinden, da die Kaiserschleuse nicht rechtzeitig
fertig wird.
Geplant ist dafür ein "Sail in" nach Bremerhaven unter Führung
der "GORCH FOCK". Ab dem Leuchtturm ROTER SAND werden mindestens 15 Großsegler
unter Vollzeug die Seestadt Bremerhaven anlaufen und von der Deichpromenade im
Bereich der Schlepperpier gut zu sehen sein.
Schirmherrin der SAIL 2010 in Bremerhaven ist die Bundeskanzlerin, Frau Dr.
Angela Merkel, welche Ihr kommen leider noch nicht zugesagt hat.
mehr
auf www.sail-bremerhaven.de
Aufgetaucht für die Sail
Bremerhaven. Da taucht etwas auf aus der Ostsee: Vom 1.
U-Boot-Geschwader in Eckernförde reist „U 15“ zur Sail in Bremerhaven an. Mit
48,60 Metern Länge gehört das 1975 in Dienst gestellte Unterseeboot zu den
kleinsten weltweit manövrierenden U-Booten. Das Spezialschiff für Operationen im
küstennahen Bereich ist unter Wasser deutlich schneller als im aufgetauchten
Zustand.
Die Sail wird auch so etwas wie eine Flottenshow der Deutschen Marine: Vom 7. Schnellbootgeschwader aus Rostock kommt das Schnellboot S 73 „Hermelin“ (57,60 Meter lang, 7,80 Meter breit und 40 Knoten schnell). S 73 – eine Weiterentwicklung der Albatros-Klasse – besitzt nicht mehr die für Schnellboote typischen Torpedorohre, verfügt dafür aber über umfangreiche Minenlegekapazitäten.
Von der 2. Einsatzflottille aus Wilhelmshaven steuert der Seeschlepper „Wangerooge“ (51,70 Meter lang) Bremerhaven an. Er gehört zwar zur Marine, hat aber eine zivile Besatzung von 33 Mann.
Weil Dänemark nicht mit einem Windjammer vertreten ist, wollen die nördlichen Nachbarn doch auch auf dem Wasser Flagge zeigen.
Sie sind im Kaiserhafen I mit den beiden Marine-Heimwehrkuttern MHV 813 „Bauen“ und MHV 9101 „Enö“ vertreten.
Ergänzt wird die kleine Flottenschau auf dem Wasser durch Informationen der Deutschen Marine, die mit einem Informationsbus zur Sail kommt.
Eine tägliche Flaggenparade ist geplant. Mit dabei sind der Marinemusikkorps „Nordsee“ aus Wilhelmshaven, der Marinechor „Blaue Jungs“ der Marineoperationsschule (MOS) Bremerhaven zur Eröffnung am Mittwoch, 25. August, und die Big-Band der Bundeswehr am Samstag, 28. August. Außerdem übernimmt die Deutsche Marine umfangreiche Serviceleistungen für die Gastschiffe aus zehn Nationen.
Bremerhaven war nicht nur immer die Stadt der großen Windjammer. 250 von ihnen wurden zwischen 1845 und 1927 hier gebaut. Sie ist auch die Stadt der Deutschen Marine. Denn die Marine des Deutschen Bundes von Admiral Rudolph Brommy – 1848 in Bremerhaven gegründet – gilt für die Geschichtsbücher als Urzelle der heutigen Marine.
Die Präsenz der Marine innerhalb der Sail vom 25. bis 29. August hat aber vor allem auch damit zu tun, dass die Deutsche Marine traditionell schon seit 1986 ein wichtiger und starker Partner für die Sail ist und die MOS in Bremerhaven als eine der herausragenden Ausbildungsstätten der Marine gilt.
Gut 4500 Marinesoldaten und Offiziere besuchen in jedem Jahr zu Grundausbildung und Lehrgängen eines der modernsten Ausbildungszentren der Welt – nicht nur Nachwuchs der eigenen Marine, sondern auch der NATO und befreundeter Staaten.
„Gorch Fock“ als Flaggschiff
Bei dieser Bedeutung der MOS für die Stadt und die Sail ist es fast schon
selbstverständlich, dass die Bark „Gorch Fock“, das Segelschulschiff der Marine,
auch bei der achten Sail seit 1986 wieder das Flaggschiff des internationalen
Windjammerfestivals ist. Pünktlich zur Eröffnung des großen Spektakels läuft der
89,32 Meter lange weiße Segler (1958 in Hamburg gebaut) in den Neuen Hafen ein.
Die „Gorch Fock“ (2037 Quadratmeter Segelfläche) wird am Lloyd Platz das
repräsentative Zentrum der Sail sein und nach dem Besuch in Bremerhaven zu einer
großen Weltreise auslaufen.
Die Sail wird so groß wie nie
Bremerhaven. Zur Sail werden selbst im Alten Hafen die Segelschiffe
in Dreierpäckchen nebeneinander liegen. Um alle 221 angemeldeten Schiffe
willkommen heißen zu können, müssen auch die Kajen im Fischereihafen belegt
werden. Das Windjammerfestival Ende August soll so groß werden wie noch nie. Der
Basar Maritim wird sich erstmals bis vors Deutsche Schiffahrtsmuseum ausdehnen. Von Thorsten Brockmann
Organisator Heino Tietjen gefallen diese Superlative eigentlich gar nicht, „wir wollen nur eine tolle Veranstaltung organisieren“, sagt er. Das ist die Sail seit inzwischen 24 Jahren. „Uns schlägt in der gesamten Stadt eine enorme Begeisterung entgegen“, hat auch Artur Beneken festgestellt, der erstmals das Organisationskomitee leitet. 500 freiwillige Helfer betreuen das Windjammer-Festival – vom Technischen Hilfswerk über die Marine bis zu Privatpersonen, die aus Freude an der Veranstaltung angeboten haben, die Segler zu betreuen.
3500 Crewmitglieder aus 16 Nationen werden am 25. August in der Stadt erwartet, und jeder von ihnen erhält zur Erinnerung ein T-Shirt mit dem Aufdruck: Ich war dabei. Die ersten 200 Hemden übergibt Beneken in den nächsten Tagen schon einmal dem Kommandanten der „Gorch Fock“. Die Bark ist Flaggschiff der Sail und wird auch die kleine Einlauf-Parade anführen, die erstmals zum Beginn des Festivals am Mittwoch, 25. August, stattfindet. „Wir erhoffen uns von der Parade einen größeren Besucheransturm schon am ersten Tag“, sagt Tourismus-Chef Volker Kölling. Insgesamt rechnet er mit einer Million Besucher zwischen Mittwoch und Sonntag.
„Gorch Fock“ führt Parade an
Die „Gorch Fock“ wird das „Sail-In“ ab dem Leuchtturm Rotersand anführen und zusammen mit der „Mir“, der „Krusenstern“, der „Alexander von Humboldt“, der „Götheborg“ und dem indonesischen Schulschiff „Dewarucci“ nach Bremerhaven segeln. Mindestens 15 Großsegler sollen gemeinsam unter Vollzeug die Weser raufsegeln, weil es am letzten Tag des Festivals keine Auslaufparade geben wird.
Die Veranstalter versprechen sich mehr von den Hafentagen, denn die seien in Bremerhaven einzigartig. In keiner anderen Hafenstadt kämen die Besucher so nah an die Schiffe heran, meint Kölling. Für Bremerhaven sei die Sail ein echtes wirtschaftliches Ereignis, betont Beneken. Im Durchschnitt gibt jeder Besucher hier 25 Euro aus – vielleicht haben sich deshalb für die rund 220 Buden und Stände an Land mehr als 500 Schausteller beworben.
Finanziell ist die Sail abgesichert, denn das Land Bremen hat schon im vergangenen Jahr einen Zuschuss in Höhe von 1,08 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zu den endgültigen Kosten des Festivals mochten sich die Organisatoren gestern nicht äußern, weil noch mit Sponsoren verhandelt werde und der Wirtschaftsplan für die Sail noch nicht verabschiedet sei. Als Bremen den Zuschuss genehmigte, ging man von Gesamtkosten über 1,9 Millionen Euro und Einnahmen von 830 000 Euro aus.

